Menstruationstassen Für eine nachhaltigere Monatshygiene

Das erste Mal habe ich durch eine Freundin von Menstruationstassen gehört und mich gewundert, wie eine Tasse bei der Periode helfen soll. Ich habe an eine Porzellantasse mit Griff an der Seite gedacht und konnte mir nicht ganz vorstellen, wie das mit der Menstruation funktionieren solle. Meine Freundin erzählte mir, dass sich eine andere ihrer Freundinnen eine eigene Menstruationstasse gekauft hätte, um mit ihren starken Blutungen besser umgehen zu können. Ich hatte keine starken Blutungen und die Vorstellung mir eine Tasse einzuführen kam mir komisch vor, also machten wir einige Witze über das Thema und ich habe später nicht mehr weiter darüber nachgedacht.

 

 

Als ich mich dannLunette Period Cup Modell 2 ist ein sicherer und komfortabler Period Cup für normale bis schwere Perioden, hergestellt in Finnland aus medizinischem Silikon mehr und mehr für einen nachhaltigen Lebensstil interessiert habe und mich mit dem Thema der Müllvermeidung beschäftigt habe, kam ich durch ein YouTube Video wieder auf die Menstruationstasse und habe mich näher mit weiteren Vorteilen und dem wirklichen Aussehen und der Funktion dieser Tassen beschäftigt. In Wirklichkeit ist die Tasse nämlich aus Silikon und faltbar, also ist es keine starre Kaffeetasse! Sie fungiert wie ein Auffangbehälter und sitzt im unteren Bereich der Vagina. Am Ende ist ein Ring oder Stab an der Tasse befestigt, damit man sie besser findet und herausziehen kann.

Von dieser Idee war ich sofort überzeugt:

 

  1. Es entsteht weniger Abfall, wenn ich eine Tasse über viele Jahre hinweg verwende, während bei dem Gebrauch von Tampons in einer Periode bei mir rund 13 dieser gebleichten und schlecht abbaubaren Wattebausche benötigt werden.
  2. Es ist besser für die eigenen Schleimhäute, weil die Tasse keine Feuchtigkeit aufsaugt, sondern nur auffängt. Bei einem Tampon wird dauerhaft sämtliche Feuchtigkeit entzogen, wodurch alles etwas ausgetrocknet wird und ein unangenehmes Gefühl entstehen kann.
  3. Es ist auf Dauer billiger eine Tasse zu verwenden, die einmalig einen etwas höheren Kostenaufwand mit sich bringt, dann aber keine weiteren Kosten verursacht, als immer wieder für Tampons pro Packung zwar weniger zu bezahlen, diese Kosten aber sehr häufig anfallen und somit einen höheren Gesamtpreis bilden.
  4. Die Tasse muss seltener gewechselt werden. Während Tampons bei starken Blutungen nach kurzer Zeit ausgewechselt werden müssen, kann die Tasse ein größeres Volumen Blut auffangen und so ist es für mich meist ausreichend meine kleine Tasse (Größe S) maximal 3 Mal innerhalb von 24 Stunden herauszunehmen.

Kurze Zeit später war ich also selbst Besitzerin einer Tasse und überzeugt davon, dass sie eine gute Alternative zu Tampons werden würde. Leider hatte ich dann länger Probleme bei der Nutzung der Tasse. Ich konnte sie nicht gut Einsetzen und auch das Herausnehmen gestaltete sich schwierig für mich. Ich habe sie als unangenehm empfunden und oft war sie nicht dicht. Nachdem ich sie ein halbes Jahr so gut wie nie genutzt habe, klappte es schließlich: mit etwas mehr Ruhe und Tipps unterschiedlicher YouTube Videos. Die richtige Falttechnik sorgte für problemlose Wechsel und ich kam sehr viel besser mit der Tasse klar.

Fortan hatte ich nur noch sehr selten Probleme mit Undichtigkeiten, das Rein- und Rausmachen verlief ohne Komplikationen und ich erzählte allen meinen Freundinnen von dieser tollen Erfindung. Jetzt nutze ich die Tasse schon seit 3 Jahren und möchte sie nicht mehr missen. Wenn ich dann doch mal von meiner Periode überrascht werde und einen Tampon verwende, empfinde ich das Gefühl des Tampons als sehr unangenehm und freue mich auf die Tasse.

Nicht für alle menstruierenden Personen stellt sich der Anfang als kompliziert dar, einige sind schon von Anfang an sehr überzeugt, oder halten weitere Punkte für erwähnenswert. Deshalb habe weitere Personen aus meinem Bekanntenkreis, die ihre eigenen Erfahrungen mit den Tassen gemacht haben, um eine eigene Bewertung gebeten:

Benutze eine Tasse seit zwei Jahren. Blute endlich nicht mehr durch. Außerdem ist meine Menstruation jetzt günstiger und umweltfreundlicher. Ich finde es schade, dass man keine Menstruationstasse mehr benutzen kann mit einer Spirale. Aber das liegt ja nicht an der Tasse, sondern an der Spirale.

            – Marie –

Ich nutze jetzt seit zwei Jahren eine Tasse und find sie super. Klar, am Anfang brauchte es ein wenig Gewöhnung und ich musste ein bisschen mit den verschiedenen Falttechniken rumprobieren, aber jetzt ist es so einfach und normal wie Zähne putzen. Das einzige was mich stört ist, dass es unterwegs manchmal echt schwer ist, die Tasse hygienisch zu leeren, wenn man gar keine Toilette mit Waschbecken hat oder nur so große Gemeinschaftsbäder. Aber davon abgesehen find ich sie (im Alltag, aber auch auf längeren Reisen) super praktisch 🙂

              – Carla –

Ich komme sehr gut mit der Tasse zu recht. Dadurch, dass sie wiederverwendbar ist und ich nicht Unmengen an Geld für Tampons ausgeben muss, spare ich nicht nur Müll, sondern schone auch mein Konto. Auch für unterwegs eignet sie sich sehr gut, da man sie meistens gar nicht leeren muss!

             -Johanna-

Nach meiner Meinung sind die Menstruationstassen die beste Erfindung des 21. Jahrhunderts. Ich habe deutlich weniger Unterleibsschmerzen, gerade am Anfang meiner Periode. Zusätzlich ist der größte Vorteil, dass man die Tasse höchstens einmal am Tag wechseln muss. Man muss nicht alle 3 Stunden auf Toilette gehen und sie ist deutlich bequemer als Tampons. Auch ist die reduzierte Müllproduktion durch die Tasse ein weiterer Vorteil. Der einzige Nachteil für mich war, dass man erst seine perfekte Tasse von der Größe her finden muss, aber auch das findet man schnell heraus.

              -Corinna-

Wie man hört, gibt es auch viele andere Frauen, die gut mit den Tassen klarkommen. Der Punkt mit der Kupferspirale, den Marie anspricht, gilt auch nicht für alle Frauen und sollte mit dem/der Frauenarzt/Frauenärztin abgesprochen werden. In den meisten Fällen können Kupferketten oder auch sämtliche Spiralen parallel mit einer Menstruationstasse genutzt werden, da der durch die Tasse entstehende Unterdruck meist nicht so stark ist, als dass er die Verhütungsmethode verrutscht. Das Rückholbändchen der Kette oder Spirale muss lediglich in manchen Fällen gekürzt und angepasst werden. Bei sämtlichen Unsicherheiten lohnt sich die Rücksprache mit einem/einer Arzt/Ärztin aber immer.

Die Aussagen von Carla und Johanna zeigen die Vor- und Nachteile des Unterwegsseins mit der Tasse. Auch ich habe mich anfangs gefragt, wie ich den Wechsel unterwegs handhaben solle und habe schnell festgestellt, dass ich sie bei Tagesunternehmungen meist gar nicht wechseln muss und sich das Problem der Gemeinschaftswaschbecken somit erledigt. Wenn ich aber beispielsweise länger unterwegs bin und z.B. abends nicht nach Hause oder in ein Bad mit Waschbecken komme (bspw. bei einer sehr langen Zugfahrt über Nacht oder bei Langstreckenflügen), habe ich mir angewöhnt entweder aus meiner Trinkflasche, die ich ohnehin meist bei mir habe, Wasser über dem Klo auf die Tasse zu gießen, oder sie schnell mit Toilettenpapier abzuwischen und sie dann an meinem Zielort mit mehr Ruhe gründlich zu reinigen.

Auch, dass die Suche nach dem passenden Modell bei manchen menstruierenden Personen manchmal schwieriger ist, habe ich gelegentlich gehört. In diesem Fall bietet sich möglicherweise das Ausprobieren unterschiedlicher Modelle an, sollte eines überhaupt nicht passen. Aber auch hier können Gynäkolog*innen in manchen Fällen weiterhelfen.